Kochrezepte mit Foto
Rezepte vom Chefkoch mit Fotos - Zutatenlexikon mit Fotos - Kochschule mit Foto - Kochrezepte mit Foto
Eine Alternative zu den vielen Fleischskandalen

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Kochforum Foren-Übersicht -> Wurst und Wurst Herstellung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Tim



Anmeldedatum: 30.11.2006
Beiträge: 57
Wohnort: Brandenburg

BeitragVerfasst am: 22.01.2007, 17:50    Titel: Eine Alternative zu den vielen Fleischskandalen

Hausschlachtung, eine Alternative zu den Fleisch-Skandalen

Nicht genug damit, dass wir uns tagtäglich mit Hunderten, in allen Lebensmitteln versteckten Zusatzstoffen abfinden müssen, werden uns noch immer weit lebensgefährlichere Produkte angedreht. An Weinpanschereien, mit Salmonellen vergifteten Eiern, an großflächiges Fischsterben durch Einleitung von Chemie, Gülle und Giften in unsere Gewässer haben wir uns längst gewöhnt. Über Schweine- und Geflügelpest in der Massentierhaltung sehen wir schon großzügig hinweg. Rinderwahn und Vogelgrippe bremsten zwar kurzzeitig unseren Fleischkonsum, doch kaufen wir heute wieder alles ein, wenn es nur billig ist. Vor dem Verzehr haben wir Bedenken, doch stopfen wir uns, unseren Kindern und Enkeln damit voll. Wir fragen dabei nicht, mit wie vielen Antibiotickern und Chemotherapeutiker unsere Schlachttiere behandelt, welche Wachstumshormone gespritzt oder verfüttert wurden. Dass nun nicht alles das, was uns Discounter anbieten ungenießbar oder gesundheitsgefährdend ist, zeigt das Ansteigen unserer Alterspyramide. Zweifel und vor allem Ungewissheit machen sich, wie jetzt bei den erneuten Fleischskandalen aufgedeckt wurde, einige skrupellose Profitjäger zu Nutze und drehen uns als Frischfleisch ihre Gammelware an. Egal, ob ihre Erzeugnisse lebensbedrohend sind, es zählen für sie nur volle Kassen. Begünstigt werden ihre kriminellen Machenschaften durch ihre haus-eigene Kontrolleure, die oftmals bei ihren Stichproben wegschauen müssen, um ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Kommt doch einmal eine Schweinerei ans Tageslicht, so wird weder Ross noch Reiter genannt: Gerichte verschleppen über Jahre Verfahren, in denen schwarze Schafe im Trüben weitermurksen können. Durch Gerichtsurteil verhängte Geld- oder Bewährungsstrafen sind so gering, dass eine abschreckende Wirkung verpufft. Diesen Wahnsinn unter-stützen wir Verbraucher noch, indem wir nur nach der Billigware greifen.
Auch wenn CSU-Minister Seehofer sein 10 Punkteprogramm be-schwört, so heißt das nichts weiter als Eulen nach Athen tragen. Wer kann 300.000 Rinder- und Schweinezüchter und die 20.000 fleisch-verarbeitenden Betriebe unter Kontrolle bringen und lückenlos den Transport von sieben Millionen Tonnen Fleisch im Jahr bis zum Verbraucher verfolgen. Wer das für möglich hält, lebt in einer ande-ren Welt. Können wir überhaupt sicher sein, dass auch alle Bio-Produkte den Anforderungen gerecht werden? Ich glaube kaum. Zwielichtige Gestalten, auch wenn sie in dieser Branche weniger an-zutreffen sind, suchen auch hier ihre Geldgier auf unredliche Art zu befriedigen.
Wie können wir Verbraucher uns nun gegen die kriminellen Elemen-te schützen? Ehe unsere Minister aus dem Knick kommen, neue Ge-setze verabschieden und diese irgendwann dann einmal greifen, ha-ben wir vielleicht schon die Pest am Hals oder genügend Krebszellen produziert. Eine Alternative wäre die Umstellung auf vegetarische Kost, doch würden wir mit der von einem Übel ins andere schlittern. Ob nun in Gemüse, Obst oder Südfrüchte, überall stecken, wie die neuesten Untersuchungen zeigen, Pestizide in so großen Mengen, dass deren Unbedenklichkeit um ein Vielfaches überschritten wird. Wen wundert es, wenn unsere hübschen Models nach ihrer Grün-zeugkost wie Knochenkiepen aussehen und von der Männerwelt be-glotzt werden, wenn sie wie verhungerte Bachstelzen über die Lauf-stege staken. Die Masse der Bevölkerung möchte sich so jedenfalls nicht ernähren und verzichtet nicht auf die kulinarischen Genüsse von Fett und Fleisch. Seit Jahrtausenden ernähren sich Menschen von Fleisch und Gemüse. Selten war in einer Epoche die Ernährung richtig ausgewogen. In guten Zeiten überwiegt der Verzehr von Fleisch, in schlechten das Gemüse. Etwa genau so verhält es sich heute zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Die Unterschicht, das sind in Deutschland mittlerweile 1/3 der Bevölke-rung, ist dafür verdammt, die billigsten Nahrungsmittel einzukaufen. Die Betuchten verspeisen dagegen nur die gesündesten und teuers-ten Bio-Produkte. Zu ihnen gehören die Lebensmittel-Aufkäufer, Bosse der Lagerhaltung und der großen Handelsketten. Im harten Konkurrenzkampf stehend, drücken sie den Erzeugern ihren Stempel auf. Auf Kosten der Qualität werden die Preise unter den Erzeuger-wert gedrückt und der Produzent wird gezwungen an Stelle von Qualität Quantität zu mästen und anzubauen. Was „Otto Normal-verbraucher“ dadurch untergejubelt bekommt, geht auf keine Kuh-haut. Sollten wir nicht endlich aufwachen und bereit sein, unser Kaufverhalten zu ändern und den skrupellosen Geschäftemachern den Daumen zeigen? Vorbei sollte der Griff zu den billigen und meist minderwertigen Lebensmitteln sein. Wenn minderwertige Waren in den Fleischregalen und Kühltruhen der Supermärkte nicht angerührt werden, werden die Handelsriesen gezwungen auf Qualitätsprodukte umzustellen. Auch wenn wir während dieser Umgestaltungsphase bei dem Fleischer unseres Vertrauens für ein Kilogramm Fleischpro-dukte und bei dem ehrlichen Bauer für Obst und Gemüse einige Cent mehr bezahlen müssen, macht sich diese Mehrausgabe letztendlich doch bezahlbar. Besinnen wir uns also auf alte Tugenden und stellen in der heimischen Küche unsere hausgemachte Wurst wieder selber her. Wenn einige Grundregeln und Hygienevorschriften eingehalten werden, ist die Herstellung von Hausmacherwurst für jeden Laien, der mit Lust und Liebe auch sonst in Töpfen und Pfannen rührt, nicht nur ein erholsames Hobby, er findet einen weiteren Weg zu einer gesunden Ernährung.
Sollte ein Interesse für dieses Thema bestehen, so meldet euch bitte zahlreich auf den jeweiligen Seiten.

Mit freundlichen Grüßen
Tim
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ThomasSixt
Site Admin


Anmeldedatum: 27.06.2006
Beiträge: 970

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 08:49    Titel:

Hallo Tim,

ich kann Dir in vielen Punkten Deines Beitrages wirklich zustimmen, dennoch glaube ich nicht, dass sich sehr viel ändern wird.

Bereits in jungen Jahren habe ich u. a. für einen Metzger gearbeitet - auch dort wurde mit kontrollierter Top Qualität - natürlich zu Top (Teuer) Preisen geworben. Herkunftsgarantie, alles von kontrollierten Bauern, usw.

Dann habe ich einmal nachgefragt, von wie vielen Bauern denn die Tiere kommen - beim Rind waren das 3 Bauern mit gesamt 40 Tieren. Zum Schwein habe ich keine Antwort bekommen. Ich habe mich dann gefragt, wie es machbar ist, von 30 Rindern Rindfleisch und Wurst für 15 Filialen bereit zu stellen. Das ist ein Problem!

Leider wird der Verbraucher heute einfach zu 80-90% völlig hinter das Licht geführt - auch teuer und mit allen möglichen Versprechungen über Herkunft und und und.

Ich sehe auch leider keine Lösung für dieses Problem - in Österreich läuft jetzt zum Beispiel gerade Werbung einer Supermarktkette - der Inhalt - Meldung an den Hausverstand... ich glaube jedoch nicht, dass die Supermarktkette deshalb dem Lieferanten vernünftigere Preise bezahlt.

Dazu gibt es übrigens einen guten Film - We feed the world- sehr sehenswert. Man muss sich einmal vorstellen: jeden Tag wird in Wien so viel Brot weg geworfen, mit dieser Menge könnte man die zweitgrößte Stadt Österreichs nämlich Graz mit Brot versorgen. Gleichzeitig sterben täglich 100.000 Menschen weltweit an Unterernährung.

Das Problem ist schon die EU und diese ganze Subventionierungen - wir müssen doch keine Tomaten aus Spanien essen und auch keine Butter aus Holland.

Tja ich kann also nur über mein eigenes Kaufverhalten versuchen, etwas zu bewirken - eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.

Freue mich auf Dein Feedback - beste Grüße Chefkoch Thomas Sixt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tim



Anmeldedatum: 30.11.2006
Beiträge: 57
Wohnort: Brandenburg

BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 17:31    Titel: Unser Kaufverhalten

Hallo Thomas,

die Subventionspolitik der Brüsseler Spinner sehe ich persönlich noch nicht einmal als Ursache der verkorksten Lebensmittelwirtschaft an. Die Schuld tragen allein die Handelsketten mit ihrer Preisdrückerei und wir Verbraucher mit unserem Kaufverhalten. Sind wir es nicht selbst, die immer zu der Billigware greifen. Wir gieren doch im tiefsten Winter nach den spanischen Tomaten, den Holländischen Gurken, den griechischen Spargel usw. Sollten wir uns nicht wieder angewöhnen, diese Erzeugnisse als Köstlichkeiten der Saison zu betrachten. Wenn der Absatz wegbricht, muss der Import gedrosselt werden und Brüssel wird gezwungen die Subventionen einzustellen. Bei mir kommen diese Agrarerzeugnisse außerhalb der Saison nicht auf den Tisch. Durch den Verzicht über den Winter gieren wir im Frühjahr förmlich danach und freuen uns dann riesig auf die neue Ernte. Leckere Gerichte, in denen Tomaten eine große Rolle spielen, können wir auch mit geschälten oder pürierten aus der Packung zubereiten. Angeboten werden ja auch getrocknete. Deren Aroma ist ja weit besser als die fade schmeckende frische Tomate aus dem Supermarkt. Ich habe nichts gegen die kleinen Party-Tomaten zur Dekoration. Es muss aber im Winter nicht unbedingt Tomatensalat sein. Ich wünsche mir die Zeit herbei, in der die Landwirte und Tierhalter für ihre Erzeugnisse mehr Geld bekommen und so wieder auf die konventionelle Erzeugung, ohne jegliche Pestizide, Aufputschmittel und Antibiotiker auskommen können. Der Verbraucher beginnt allmählich umzudenken und ändert langsam sein Kaufverhalten. Der Erzeuger sollte auf diesen Zug aufspringen. Wenn sich die Handelsketten und Supermärkte nicht schnellsten den neuen Anforderungen anpassen, werden sie das Nachsehen haben. Es könnten dann eines Tages die alten Tante-Emma-Läden wieder in die Dörfer einziehen. Mit ihnen auch gleich die alten Landfleischereien, die dann eine neue Blütezeit erleben werden. Mit meiner schmalen Rente wäre ich gern bereit etwas mehr für Bioprodukte auszugeben, wenn sie auch wirklich Bio sind.
Leider wird das vorerst mein Wunschtraum bleiben. Ob das jedoch dass Übel der schlechten Wurzel ist sei dahingestellt

Mit freundlichen Grüßen
Tim
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Kochforum Foren-Übersicht -> Wurst und Wurst Herstellung Alle Zeiten sind GMT
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de
RedSilver 1.01 Theme was programmed by DEVPPL HTML Forum
Images were made by DEVPPL Photoshop Forum